Kasematten Rastatt

Schon ein ganz eigentümliches Gefühl, wenn man die Kasematten betritt. Die Weitläufigkeit der unterirdischen Anlage und die völlige Abgeschiedenheit von der Aussenwelt beeindrucken gleichermassen, und die Zeit vor 150 Jahren lebt wieder auf, wenn wir anhand von Schautafeln einen ersten Eindruck vom Ausmaß dieser einst so mächtigen Bundes- und Reichstagsfestung erhalten. Der anschliessende Parcours durch die sog. Minengänge, die fast 150 Meter unter dem Glacis ins Vorland gehen, verlangt von den Teilnehmern schon eine gewisse Geschicklichkeit. Eine kurze Strecke ist nämlich nur 1,50 Meter hoch, und wer grösser ist, muss eben gebückt gehen. Anschließend gehts weiter. Pber 350 Meter lang erstreckt sich der Hauptgang mit seinen zugeschütteten Schiessscharten in Richtung Westen, und nur mit viel Phantasie gelingt es den Besuchern, sich den Festungsgraben vorzustellen, der jenseits der Mauer lag. Die Phantasie wird allerdings angeheizt von den vielen Gruselgeschichten der Kasemattenführer, und wenn der Gang zum x-ten Male abgebogen ist, drängt sich einem doch der bange Gedanke auf, ob man da jemals unbeschadet wieder rausfinden wird...