Ziegeleimuseum in Jockgrim und Rheinauenwanderung
Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich 19 Mitglieder erwartungsvoll vor dem Museum. Wer fehlte, war unser Führer. Der hatte doch glatt den Termin vergessen und lag selig zu Hause in seiner Badewanne, als ich sehr energisch an seiner Haustür klingelte…
Mit einer halben Stunde Verspätung begannen wir die interessante Führung durch 100 Jahre Geschichte im schön restaurierten Ziegeleimuseum und die genialen Erfindungen Ludowicis. Wir erfuhren, wozu der Doppelfalz in den Ziegeln dient, bewunderten die geniale Bodendachkonstruktion, die zuerst mal auf den Boden gestellt wird, damit man ein Dach über dem Kopf hatte, und später, wenn Geld da war, „am Hooke uffghängt“ und ein Stockwerk darunter gebaut werden konnte. Wir hörten vom ausgeklügelten Sozialsystem, das durch seine durchdachten Vorgaben armen Familien ermöglichte, ein eigenes Haus zu bauen. Wir bekamen eine leise Ahnung von den schwierigen Arbeitsbedingungen an der Revolverpresse, die die schweren Ziegel in Form presste, und mittels eines einfachen Hebels Unfälle verhinderte, von der unerträglichen Hitze im Rundofen, in denen 65° herrschten, von dem aufwändigen Ziegeltransport innerhalb des Geländes, bei dem Frauen täglich 18 bis 20 Kilometer laufen mussten, und das barfuss, weil das Geld für Schuhe fehlte.
Auch das funktionelle transportable Kugelhaus, gedacht für den Einsatz in Erdbebengebieten, wurde für uns aufgeschlossen und ein Plan vermittelte eine vage Vorstellung, wie es wohl mit Inneneinrichtung ausgesehen hatte. Schade, dass der Erfinder, der seiner Zeit einfach weit voraus war, sich damit nicht durchsetzen konnte. Inzwischen, so hörten wir, gibt es allerdings Pläne, das Kugelhaus aus leichteren Materialien nachzubauen und einzusetzen.
Zeit war’s fürs Mittagessen gegenüber beim Italiener. Eine gute Wahl. Leckeres Essen. Riesige Portionen. Hungrig stand da niemand auf. Gegen 15 Uhr brachen wir auf zur Rheinauenwanderung im herrlichen Sonnenschein und wunderschönen Licht. Vorbei gings an schönen romantischen Ecken und Villen – Spuren von Ludowici. Wir spazierten durch die Rheinauen und bewunderten das romantische „Hinnerstädtl“, erbaut auf der alten Stadtmauer, kamen vorbei an den alten, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, machten Halt im Zehnthaus und am Lina-Sommer-Platz und marschierten durch ein kleines enges Gässchen in Richtung Bahnhof, wo sich die Wege trennten. Ein großer Teil der Gruppe war mit der Bahn gekommen.
Allgemeines Fazit: „Ein schöner Tag. Eine interessante Führung, das hätten wir in Jockgrim nicht vermutet. Ein hübscher Ort. Der Ausflug hat sich gelohnt.“