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Royal Palace in Kirrwiller

Ein pompöser Bau. Man geleitete uns in das riesige Restaurant, große Wandmalereien, lange Reihen gedeckter Tische in stilvollem Weiß – 800 Personen finden Platz im Saal, der ausverkauft war. Handys wurden gezückt, Fotos gemacht. Aufgeregtes Geschnatter um uns herum. Die Band begann zu spielen, in Minutenschnelle war die Tanzfläche voll. Langsam wurde die Vorspeise aufgetragen, der Hauptgang kam und dann war es Zeit, ins Theater zu wechseln und dort die Plätze einzunehmen.

Gegen 11.45 Uhr begann die Show. Der Vorhang hob sich. Fast zwei Stunden erlebten wir das beeindruckende und von Paris anfangs so belächelte Schauspiel, das man hier seit 1996 in der Provinz in einem 450 Seelen-Dorf auf die Beine gestellt hat. Hut ab vor dem Macher, Pierre Meyer, der sich hier seinen Lebenstraum erfüllte und aus dem Tanzlokal seiner Eltern ein gewaltiges Amphitheater schuf – eine Mischung aus dorischem Tempel und elsässischer Fachwerkscheune mit ca. 1000 Plätzen, einem eleganten Restaurant und einer großen Boutique. Eine straffe Organisation muss dahinterstecken, 150 Angestellte  sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft. Im wahrsten Sinn des Wortes für die Ober, die sicher einige Kilometer zurücklegen, wenn sie 800 Gästen die Gänge servieren.

Die Show bot viele Effekte, die das Publikum verblüfften. Zum Beispiel die Pianospielerin mit dem Flügel, der sich erhob und um die eigene Achse drehte, während sie auf dem Kopf stehend unbeirrt weiterspielte, oder das Pärchen, das kleine Wasserfontänen aus der Hand zauberte und das Publikum bespritzte, das trotzdem trocken blieb.

Toll die Lichteffekte bei dem Paar – er am Boden, mit einer Stange auf dem Kopf, während sie oben ihre Pirouetten drehte und das Gestell in einen leuchtend-bunten Ball verwandelte. Die Trapezkünstler, wirkliche Profis, wie sie mit einer scheinbaren Leichtigkeit in luftiger Höhe ihre Figuren zeigten und einander umschlängelten. Unglaublich, eine solche Körperbeherrschung.

Klasse auch die Radfahrgruppe asiatischer Mädchen, wie sie während des Fahrens von einem Rad zum anderen wechselten und zum Schluss einen Salto samt Rad über den Rücken der anderen schlugen. Staunend saßen wir vor dem „Tadsch-Mahal“, einem scheinbar leeren Kasten, dem aus dem Nichts heraus Mädchen entstiegen. Verblüffend auch die Szene, als alle scheinbar im Regen tanzten und die Bühne trocken blieb. Humorvoll der Effekt mit den tanzenden Tüchern im Glas. Zwischen den Highlights viele hübsche Tänzerinnen in verschiedenen Kostümen, mal züchtig bedeckt, mal gekonnt entblößt. Hübsch anzuschauen.

Es gab viel Beifall, als sich der Vorhang schloss. Zurück gings zum Tisch, jetzt, um 1 Uhr nachts, wurde das köstliche Dessert serviert. Die Band spielte fetzige Rhythmen, jetzt war ich wach, ein paar aus unserer Gruppe auch, schnell tanzten wir noch zwei, drei Lieder, dann gings ab in den dunklen warmen Bus nach Hause.