Leipzig – Opernhaus, Panometer, Karaoke, Flughafenführung
Freitag, 1. Mai
Strahlender Sonnenschein. Strahlende Gesichter. 22 Leute kletterten erwartungsvoll in den Bus und packten Proviant und Sekt aus. Wie immer verging die Busfahrt schnell mit viel Gelächter und Gesprächen. Die Fahrt verlief gut. Am Bahnhof hatten wir noch eine gute halbe Stunde Zeit, um ihn zu anzuschauen. Wirklich gelungen. Hell, lichtduchflutet, schöne Einkaufsmeile, freundliche Sitzeckenverlockendes Essenangebot, appetitlich präsentiert.
Dann stieg die Marktfrau Marlene ein zur Stadtrundfahrt. In einem atemberaubenden Tempo und scheinbar ohne Luft zu holen erklärte sie uns zwei Stunden lang auf sächsisch die Sehenswürdigkeiten rechts und links. Es gab aber auch so viel zu sehen. Was für eine schöne Stadt. Voller alter schön restaurierter Bauten und geschmackvoller neuer Architektur dazwischen und den vielen Wasserwegen. Wir waren alle begeistert. So hatten wir uns Leipzig nicht vorgestellt.
Auch unser Vier-Sterne-Hotel war schön. Das Büfett stand schon bereit. Eine Disco gabs ebenfalls im Haus. Der DJ ging auch auf die Musikwünsche ein, so dass wir viel Gelegenheit zum Tanzen hatten. Zum Alleine Tanzen. Denn leider gabs sehr wenig Männer im Raum. „Sag mal, Monika, kann man sich nicht irgendwo Eintänzer mieten?“, kam eine konstruktive Anregung. Hmm, schau mer mal, ob sich das irgendwie realisieren lässt.
Samstag, 2. Mai
Ein voller Tag. Schließlich wollten wir ja viel sehen und möglichst viele Eindrücke mit nach Hause nehmen.
Wir starteten mit einer Opernhausführung, wo wir Gelegenheit hatten, ein wenig hinter die Kulissen zu gucken, die riesigen Hallen mit der ausgeklügelten Technik und den unzähligen Scheinwerfern zu bestaunen und uns über die Relationen wunderten. „Fast 1.300 Leute passen in den Zuschauerraum?“ Kaum zu glauben. Von der riesigen Bühne aus wirkte er so klein.
Danach hatten wir drei Stunden Zeit zum Relaxen, Shoppen, Bummeln. Grüppchenweise schwärmten wir uns, ins Museum, zum Stadtbummel, zum gemütlichen Mittagessen. Um 14.00 Uhr traf man sich wieder an der Oper zum zweistündigen Stadtrundgang, entdeckten dabei die über 800jährige Stadtgeschichte in der kompakten Innenstadt, die vielen schönen Innenhöfe und Passagen, und besichtigten natürlich auch die Nikolaikirche als steinerne Zeitzeugin der friedlichen Revolution und die Thomaskirche.
Sightseeing macht müde, noch eine Kaffeepause, dann wurde es Zeit, zum Bus zurückzuschlendern, der uns zum Panometer, dem riesigen Dschungelpanorama, bringen sollte. Das Einsammeln aller gestaltete sich an diesem Wochenende aufregend, denn jedes Mal fehlte einer, auch wenn der Zwischenstop noch so kurz war. „Wo ist Hans?“ Diese Frage war wohl die meist gestellte an diesem Wochenende.
Alle waren rechtschaffen müde nach dem langen Tag, man sehnte sich nach einer Dusche und manche wären eigentlich gleich zum Hotel gefahren statt noch eine Führung mitzumachen. Doch das änderte sich. Denn das Panometer mit seinem riesigen Panorama, dem wechselnden Schattenspiel und dem make-off-Film war ein wirkliches beeindruckendes Erlebnis. „Überwätligend. Das hätte ich auf keinen Fall missen wollen,“ so das allgemeine Fazit.
Nach einer schnellen Dusche gings weiter zum Abendessen, gemeinsam mit Leipziger Mitgliedern. Bianka, die Leipziger Leiterin, wollte uns was ganz Besonderes bieten, hatte mit viel Liebe und Mühe eine urige Kneipe ausfindig gemacht, wo wir unter uns sein konnten, einen Stripper organisiert, einen DJ geholt und eine Anlage zum Karaoke-Singen herbeischleppen lassen – und damit auch wirklich alles klappte, hatte sie zweimal mit einer Gruppe dort ein „Testessen“ gemacht, was auch wunderbar funktionierte. Doch nachdem wir mit 50 Personen anmarschierten, war das Personal hoffnungslos überfordert und es dauerte ewig, bis alle etwas zu essen bekamen, was natürlich die Stimmung drückte.
Der Stripper vertrieb uns mit seinem Auftritt die Wartezeit, half, den Hunger zu vergessen und zauberte teils breites Grinsen, teils ungläubiges Staunen auf unsere Gesichter ob der Vorgänge auf der Bühne. Erotisch wars nicht so arg, fand ich, eher so zwischen peinlich und amüsant. Auf jeden Fall unterhaltsam. Ich bedauerte nur von Herzen das „Opfer“, das er sich ausgesucht hatte und die plötzlich im Mittelpunkt des Geschehens stand. Doch wie sie mir später erzählte, hatte sie ihren Spaß dabei, das Ganze im wahrsten Sinn des Wortes hautnah zu erleben..
Spaß hatten wir alle auch anschließend auf der vollen Tanzfläche, als die Karaoke-Anlage funktionierte, einige die Mikros ergriffen und wir alle von WAHNSINN bis ROSI aus vollem Hals bekannte alte Heuler schmetterten.
Mit dem Taxi gings zurück. Noch ein Absacker in der Bar? Und siehe da, plötzlich fanden sich viele bekannte Gesichter wieder, die noch fröhlich in den Morgen feierten. Das junge Personal hinter der Bar grinste sich eins ob der ausgelassenen älteren Damen und Herren : -)
Sonntag, 3. Mai
Alle waren rechtzeitig am Bus. Ja, auch Hans. Und so
starteten wir zu unserem letzten Punkt, der Flughafenführung. Mit einiger Mühe
war es mir gelungen, auch die beiden einzuschleusen, die ihren Personalausweis
vergessen hatten. Der Führer erwies sich als Mensch mit Humor und Herz, der „seinen“
Flughafen mit Begeisterung vorstellte und uns – nachdem die langwierigen
Formalitäten erledigt waren, eine wirklich unterhaltsame Stunde bot und uns von
Riesenflugzeugen erzählte, die Feuerwehrzentrale zeigte, die Fäkalienfahrzeuge,
genannt „Würstchenbude“, von Abschnitt zu Abschnitt geleitete und unseren
Busfahrer auf der Landebahn rasen ließ, auf der man extra für uns die Lichter
eingeschaltet hatte. Machte unserem Stefan sichtlich Spaß. Fast hätten wir
abgehoben.
12 Uhr mittags. Ab nach Hause. Nach drei vollen tollen
erlebnisreichen Tagen – und bereits im Bus gabs viele Anregungen, Ideen und konkrete
Pläne für weitere schöne Reisen. Mal gespannt, was kommt : -))