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Improtheater-Show im Jakobustheater

Schon genial, welch Klasse Geschichten die Akteure aus dem Stegreif liefern, anhand der Wünsche aus dem Publikum. „Wir brauchen drei Dinge von Ihnen“, erklärte der Moderator, „einen Beruf, ein Gefühl und einen Grund zum Telefonieren.“ Leichenbestatter. Euphorie. Steuererklärung – aus diesen drei Begriffen entwickelten sich lebendige, witzige Szenen. Ganz ohne Requisiten.

Wir hatten eine Menge Spaß, als der Leichenbestatter seinen „Biomüll“ entsorgen wollte, die Steuergelder untergebracht werden mussten und „Hannelore“ ihrer Freundin voller Euphorie vom neuen Job erzählte, der sich dann als katzenliebhabende Bardame entpuppte. Unglaublich, mit wie wenig Mitteln und wie spontan sich diese Geschichte entwickelte, illustriert nur durch Körpersprache. Wir fühlten mit, als die Bardame sich verliebte und versetzt wurde, ärgerten uns über den Macho-Chef, litten mit, als Lisbeth, die Katze starb – und hatten bei aller Tragik jede Menge Grund zum Lachen.

Die zweite Geschichte wurde von Puppen gespielt, die in die Wüste geschickt wurden. Nett, aber mir persönlich gefielen die von Menschen gespielten Szenen mit ihrer lebendigen Körpersprache und ihren ausdrucksvollen Stimmen weitaus besser.

Nach der Pause wurde es gruslig. „Stellen Sie sich einen unheimlichen Ort vor, an dem Sie auf gar keinen Fall sein wollen.“ So spielte diese spannende Geschichte in einer dunklen Katakombe. Mit einem fürchterlichen Gespenst, herumflatternden Fledermäusen, einem lauten Gewitter, viel Gezitter und markerschütternde, Geschrei. Schließlich rettete die „stinkende Leichenbestatter-Tochter“, die vorher von den anderen ausgegrenzt war, die Situation und meuchelte das Gespenst dahin. Mir liefen kalte Schauer den Rücken runter…
„Normalerweise spielen wir drei Szenen“, meinte der Moderator. „Aber wir wollen Sie jetzt nicht so nach Hause gehen lassen, Sie sollen ja keine Alpträume haben.“ Deshalb gab’s noch eine lebhafte Schlussszene mit alle beteiligten Akteuren, die immer wieder an den vom Publikum vorgeschlagenen Begriffen anknüpfte, Stichworte aus den vorherigen Szenen wieder aufgriff und weiterspann.