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Führung im Erotik-Markt LandauOstermontag, 13. April Führungen in Museen machen wir ja oft. Diesmal hatten wir eine Führung anderer Art, nämlich im Erotik-Markt. Wohl das meistdiskutierteste Event der letzten Wochen. Und auch sehr begehrt. Mehr als 30 Leute wollten den Spaß erleben und gingen - obwohl strahlender Sonnenschein herrschte und das Wetter wirklich Klasse war - freiwillig nach drinnen. Als Treffpunkt diente das gegenüberliegende Cafe Klimt. Lebhaft ging es zu, bis wir alle versammelt waren beim Kaffeetrinken, während man im Sexhop Vorbereitungen für uns traf, Bistrotische im Durchgang aufstellte und Eiswürfel in den Sektkübel füllte. Neugierige Blicke von außerhalb - doch niemand durfte sich zu unserer "VIP-Veranstaltung" gesellen. Pünktlich um 15 Uhr rückten wir an, die Sektgläser standen bereit, der Besitzer hielt einen kleinen Vortrag über das Unternehmen, erzählte stolz, dass er unter seinen Kunden einen Frauenanteil von 30% hat, weil der Laden hell und freundlich aufgemacht ist und eine spezielle Frauenecke hat mit "unverfänglichen" Dekoartikeln wie Herzchenketten oder Nudeln. Die war dann auch gleich sehr frequentiert, als wir den Laden betraten. Weiter gings, vorbei an Dildos und Vibratoren in sämtlichen Größen und Ausfertigungen, vom kleinen, aber leistungsstarken Handtaschenvibrator bis zum riesigen Monstrum. Wirklich unglaublich, was es auf dem Gebiet so alles gibt, von Analgeräten bis zu Vibratoren für Fußfetischisten. "Es gibt kein normal", meinte der Chef. "Menschen sind unterschiedlich, auch bei ihren Sexvorlieben". "Bringen Sie mir bitte Batterien". Die Bedienung hatte viel zu tun, um die Batterien oder andere vom Chef gewünschten Gegenstände beizubringen, die er uns vorstellen wollte. "Nehmen Sie das mal in die Hand". So wurden die Gegenstände herumgereicht, neugierig wog man sie in der Hand, drückte und zerrte und prüfte die Vibrationen. Die Führung gestaltete sich sehr amüsant und die Stimmung war locker. Nicht nur Dildos gabs zu sehen, sondern auch Plastikvaginas und aufblasbare Puppen, Handschellen und schicke Dessous. Auch eine Liebesschaukel war aufgehängt. "Nur zum Anschauen. Nicht zum Ausprobieren." Die Videokabinen waren gefüttert mit Geld. "Da sieht man bloß Fische." Die ersten kamen enttäuscht aus den Kabinen zurück. Es dauerte einen Moment, bis die Filme anliefen, allein oder zu zweit konnte man sich in die Kabinen quetschen und Pornofilme gucken. Offensichtlich war aber draußen die Führung interessanter. Nach einer guten Stunde Gucken und Lachen zerstreute sich die Meute, die einen zogs zu den Herzchen, die anderen zu den Dildos oder sonstigen Spielzeugen. "Ich glaube, ich brauch den nicht", drückte mir eine Frau einen Gutschein in die Hand, den sie bei unserem Frühlingsfest gewonnen hatte. Ich konnte ihn gebrauchen :-). Da wir eine geschlossene Gesellschaft waren, durfte man auch sonntags kaufen und so zog manche(r) mit einer diskreten braunen Tüte in der Hand los und man verabschiedete sich mit lächelnden Gesichtern. "War mal wieder was Besonderes heute", grinste einer. "Sowas kriegt man ja sonst wirklich nicht." |