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Erste-Hilfe-Kurs in Landau

Samstag, 4. April 2009

"Man kann / will / muss helfen." Die erste Aussage. Dazu das erste Bild im Overheadprojektor: Ein Junkie auf der blutverspritzten Toilette, die Spritze daneben. Was tun?  "Eigenschutz geht vor. In dem Fall auf Abstand bleiben, nichts berühren, Notruf absetzen auf 112."

Das zweite Bild: Ein Betrunkener in der Ecke, eingenässt, Erbrochenes drumrum. Was tun? "Mit Abstand ansprechen. Wenn man eine Stelle findet, vor der man sich nicht ekelt, kann man ihn auch berühren, (aber keinesfalls "petze" - ein Pfälzer Ausdruck, der für viel Heiterkeit sorgte - denn das könnte als Körperverletzung ausgelegt werden.) Notruf absetzen. Mit den 5 W-Angaben zum Geschehen. Wo geschah es? Was geschah? Wieviele Personen sind betroffen? Welche Art der Verletzung liegt vor? Warten auf Rückfragen!

Das dritte Bild: Ein Auto, verkeilt in der Leitplanke. Was tun? "Eigenschutz. Die Warnweste gehört nicht in den Kofferraum, sondern nach vorn. Bevor man sich um die Verletzten kümmert, erst das eigene Auto absichern. Also Weste an, nicht auf der Straße, sondern hinter den Leitplanken geschützt zurücklaufen, Warndreieck aufstellen, gleichzeitig Notruf absetzen. Erst dann zum Unfallauto zurück. Und jetzt so schnell wie möglich den Verletzten aus dem Auto holen."

Und wenn man jemanden dabei noch mehr verletzt? "Die Bewusstlosigkeit ist der schlimmste Zustand. Da muss er unbedingt raus. Auch wenn er oder sie sich damit am Bein verletzt oder ein inneres Organ beschädigt wird."

Soweit die Theorie. Dann gings in den Hof. Strahlender Sonnenschein empfing uns. Trotz der ernsten Thematik hatten wir eine Menge Spaß und erregten viel Aufsehen bei Passanten, die sich wunderten, was wir da trieben. Wir übten, wie man "Auf die Knie. Aufpassen auf den Airbag. Handbremse rein. Zündschlüssel aufs Armaturenbrett. Sicherheitsgurt lösen."

Der Trainer zeigte uns die Technik, wie man jemanden dreht, so dass man ihn aus dem Auto holen kann. Das ging einigermaßen, weil wir ja nicht bewusstlos waren und man doch - zumindest die meisten - aktiv mithalf. Im Ernstfall wahrscheinlich sehr schwierig, vor allem bei Personen, die deutlich mehr wiegen als man selbst.

Zurück ins Gebäude. Stabile Seitenlage. "Ansprechen. Atem hören und fühlen. Den zugewandten Arm nach oben, den abgewandten Arm über den Oberkörper legen. Das abgewandte Bein anwinkeln. Den Patienten an der Schulter und am Gesäß umdrehen. Kopf überstrecken." Das ging ganz gut. Das Schwierigste dabei war das Kopf Überstrecken, bei dem manche Teilnehmer fest in die Haare packten. Zum Glück hatten wir niemand mit Perücke dabei.

Herzdruckmassage. Ein Torso wurde ausgepackt.  Jeder bekam eine Gummimaske. "Den Druckpunkt suchen. 30 mal pumpen. 2 mal beatmen. Dabei Kopf überstrecken und entweder die Nase zuhalten und durch den Mund beatmen oder umgekehrt."

Verdammt schwierig, stellten wir fest. Erst mal die richtige Geschwindigkeit ie den Druckmassagen zu finden und sich dann der Beatmung zu widmen. Bei den wenigsten hob sich der Brustkorb, so dass auch wirklich Luft ankam.Sollte man öfter üben.

Wie erkennt man einen Schlaganfall bei sich selbst oder jemand anders? "Wenn man plötzlich ein Glas fallen lässt, einem schwindlig wird, die Glieder taub werden oder nicht  mehr richtig sprechen kann, sind das echte Alarmzeichen. Also erst mal den anderen  auffordern, einen schwierigen Satz nachzusprechen, oder Fragen stellen, z.B. wann hast du Geburtstag. Gibts da Verzögerungen, sofort den Notarzt holen. Lieber einmal zuviel als einmal zuwenig."

Wie nimmt man einen Motorradhelm ab? Das war die letzte Übung in diesen drei Stunden. Der Trainer zeigte uns die roten Punkte an den verschiedenen Verschlüssen, ein Freiwilliger zog den Helm an, legte sich auf die Matte. Zwei versuchten den Helm abzunehmen, die Nase war dummerweise im Wege, aber zu  zweit wurde diese Klippe dann auch umschifft, die stabile Seitenlage gemacht, der Kopf gehalten und vorsichtig abgelegt.

16.00 Uhr. Kaffeezeit. Immer noch schien die Sonne an diesem herrlichen Frühlingstag. Wir zogen ins "Lemons", ergatterten einen herrlichen Sonnenplatz und bekamen ein tolles Essen zu zivilen Preisen serviert, eins wie das andere liebevoll angerichtet und sehr lecker. Da gehen wir ganz bestimmt wieder hin.